„Das ist eines der wichtigsten und erfolgreichsten Bildungsprogramme im Saarland“, sagte gestern Bildungsminister Stephan Toscani (CDU) vor Journalisten in Saarbrücken. Das Programm, das 2004 mit 30 Kursen startete, soll laut Toscani dazu beitragen, die Schulabbrecherzahlen von Einwandererkindern zu verkleinern. Das Saarland investiere jährlich 2,1 Millionen Euro in das Programm, das in diesem Jahr 1100 Kindern zugutekomme, etwa 15 Prozent dieses Einschulungsjahrgangs. Wie Jens Vollmar vom Referat „Früh Deutsch lernen“ im Bildungsministerium der SZ erläuterte, stammen 95 Prozent der Kinder aus Zuwandererfamilien, der Rest sind Saarländer. Die meisten seien türkische Kinder, gefolgt von Kindern aus der Ex-UdSSR und Italien. Die Experten empfehlen, dass die Eltern zuhause am besten in der Muttersprache mit ihrem Nachwuchs sprechen. „Das ist darum besser, weil die Kinder sonst das vielfach schlechte Deutsch eines Elternteils übernehmen“, erklärte Rudolf Detzler, Abteilungsleiter im Bildungsministerium.
74 Sprachförderlehrer des Paritätischen Bildungswerks kümmern sich in je zehn Wochenstunden um die Kinder; das ein halbes Jahr vor Schulbeginn und ein halbes Jahr im ersten Schuljahr. Theresia Hirsch, die an der Mellin-Schule Sulzbach zwei Kurse betreut, sagte, dass die sprachliche Entwicklung auch abhängig sei von der Intelligenz des Kindes. So habe sie ein iranisches Mädchen im Kurs, dessen Vater an der Saar-Uni arbeite, das schnell die Sprache lerne. Eine deutsche Mutter sagte: „Mir schwätze zu Hause Platt, da bin ich froh, dass unser Kind hier richtiges Deutsch lernt.“
Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 07. März 2012
Pressemitteilung des Ministeriums für Bildung
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